Neuraltherapie
Regulation über das Nervensystem
Die Neuraltherapie kann bei einer Vielzahl funktioneller, schmerzhafter und chronischer Beschwerden eingesetzt werden – insbesondere dann, wenn das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Was ist Neuraltherapie?
Die Neuraltherapie ist ein bewährtes Verfahren der Regulationsmedizin, das darauf abzielt, das vegetative Nervensystem wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Viele Beschwerden entstehen oder bestehen fort, wenn der Körper dauerhaft im Stressmodus verharrt und seine Selbstregulationsmechanismen blockiert sind.
Wirkprinizip
Wirkung auf den gesamten Organismus
Das injizierte Anästhetikum wirkt dabei nicht nur lokal, sondern kann sich entlang der Nervenbahnen ausbreiten. So werden übergeordnete Regelkreise beeinflusst, was erklärt, warum Neuraltherapie nicht nur schmerzlindernd, sondern auch regulierend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und vegetativ stabilisierend wirken kann.
Störfelder und Fernwirkungen
Ein zentraler Bestandteil der Neuraltherapie ist das Konzept der sogenannten Störfelder. Dabei handelt es sich um chronisch belastete Körperareale – zum Beispiel Narben, Entzündungsherde oder dauerhaft gereizte Gewebestrukturen –, die das Nervensystem permanent irritieren können. Diese Störungen können sich auf ganz andere Körperregionen auswirken, da das vegetative Nervensystem den gesamten Organismus vernetzt. Durch die gezielte Behandlung solcher Areale kann es zu einer Entlastung fernab liegender Beschwerden kommen.
Indikationen der Neuraltherapie
Schmerzzustände
- Chronische Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen
- Kopfschmerzen und Migräne
- Spannungsschmerzen
- Gelenkschmerzen (z. B. Knie, Hüfte, Schulter)
- Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen
Erkrankungen des Bewegungsapparates
- Muskelverspannungen und Myogelosen
- Sehnen- und Ansatzreizungen (Tendopathien)
- Bandscheibenbedingte Beschwerden
Narben & Störfelder
- Operationsnarben
- Unfallnarben
- Entzündlich veränderte Gewebeareale
Häufig gestellte Fragen
Was ist Neuraltherapie?
Neuraltherapie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem gezielt Wirkstoffe in bestimmte Körperregionen, Nervenpunkte oder Narben injiziert werden, um Schmerzen oder Funktionsstörungen zu behandeln. Ziel ist es, das Nervensystem zu regulieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
Welche Präparate werden verwendet?
Die häufigsten Medikamente in der Neuraltherapie sind:
- Procain: Ein lokales Betäubungsmittel, das Schmerzen lindert und die Funktion des Nervensystems reguliert.
- Traumeel: Ein pflanzlich-homöopathisches Kombinationspräparat, das entzündungshemmend wirkt und Heilungsprozesse unterstützt.
- Zeel: Ein homöopathisches Kombinationspräparat, das insbesondere bei Gelenk- und Muskelschmerzen zur Schmerzreduktion und Verbesserung der Beweglichkeit eingesetzt wird.
Wie wirkt Procain in der Neuraltherapie?
Procain blockiert vorübergehend die Reizweiterleitung von Nerven. Dadurch werden Schmerzen reduziert, Verspannungen gelöst und gestörte Regulationsmechanismen im Nervensystem normalisiert.
Wie wird die Behandlung durchgeführt?
Der Therapeut führt zunächst eine ausführliche Anamnese durch und wählt gezielt die Injektionspunkte aus. Die Medikamente (Procain, Traumeel oder Zeel) werden intrakutan injiziert – dies nennt man auch Quaddelung. Dabei entstehen kleine Bläschen und Rötungen, die meist innerhalb von 30 Minuten wieder verschwinden. Leichte Blutungen an der Einstichstelle sind möglich.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die Injektionen können ein kurzes Brennen oder Druckgefühl verursachen, sind aber in der Regel gut verträglich. Die meisten Patienten empfinden die Behandlung als wenig belastend.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Die Anzahl der Sitzungen hängt von der Art und Schwere der Beschwerden ab. Oft sind 3–5 Sitzungen ausreichend, bei chronischen Beschwerden können auch mehr nötig sein.
Wie schnell tritt die Wirkung ein?
Manche Patienten spüren sofort eine Schmerzlinderung, andere erst nach einigen Tagen. Häufig steigert sich der Effekt nach mehreren Sitzungen.
Kann Neuraltherapie mit anderen Therapien kombiniert werden?
Keine blutverdünnenden Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Aspirin, Vitamin C, L-ArginJa, Neuraltherapie kann sehr gut mit Physiotherapie, Schmerztherapie, Akupunktur oder anderen ganzheitlichen Methoden kombiniert werden.in) kurz vor der Behandlung
- Vermeidung von Alkohol und starken körperlichen Anstrengungen am Behandlungstag und Kaffee mind. 4h vor Behandlung